CD-Rezension / Review / Kritik

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Frame Of Mind Murderous Thoughts CD Cover

Frame Of Mind „Murderous Thoughts”

(Infacted/Soulfood)
Wer gerne einen trip down memory lane in die guten alten Anfangstage der EBM, besonders im Dunstkreis des legendären Frankfurter Technoclubs, buchen möchte, dem sei diese Veröffentlichung ans Herz gelegt: 25 Jahre lagen die Songs von Frame Of Mind verstaubt im Keller, erst jetzt werden sie als Debütalbum veröffentlicht. Ende der Achtziger waren die beiden – damals blutjungen – Musiker in der elektronischen Szene am Main aktiv und durchaus erfolgreich, mit „Murderous Thoughts“ gibt es jetzt eine Werkschau ihres Schaffens. Die Songs wurden bewusst original und unpoliert gelassen - lediglich ein neues Mastering gab es - und verkörpern so ungefiltert und kompromisslos den damaligen Zeitgeist. In Teilen resultiert das in (auch für diese Stilrichtung) eher unbekömmlichen akustischen Ausrastern, in anderen sind durchaus gute Songansätze erkennbar, wie beispielsweise bei „Bypass“, „Murderous Thoughts“, „Is Love…“ oder „Black Man” – Reminiszenzen an Ikonen wie frühe Nitzer Ebb oder The Klinik kaum überhörbar. Diese Tracks gehen so roh und brutal auf die 12, dass sie – richtig ausproduziert – schon wieder up-to-date sind und neben Songs von EBM-Jungspunden wie Youth Code oder No Sleep By The Machine gar nicht auffallen würden. Vielleicht haben die Herren ja Blut geleckt und es geht in nächster Zeit noch was mit neuem Material. Das Potential ist da.
Catrin Nordwig

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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