CD-Rezension / Review / Kritik

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Bannkreis Sakrament CD Cover

Bannkreis „Sakrament“

(Airforce1 Records/Universal Music)
Die Möglichkeit, Ideen verfolgen zu können und seinen persönlichen Vorlieben Raum zu geben, ist eine der wichtigsten Freiheiten, die Musiker ihr Eigen nennen. Als sich die Wege von Eric Fish und Johanna Krins kreuzten, führte dies dazu, dass die Vokalisten beschlossen, eine neue Band ins Leben zu rufen. Mit „Sakrament“ liegt der erste Longplayer des Subway To Sally Spin-Off vor. Stilistisch sind die Songs im deutschsprachigen Folk-Bereich zu Hause. Melancholisch, sehnsuchtsvoll, verträumt, manchmal aber auch kraftvoll und wenn nötig sehr direkt präsentieren die Texte aus Bodenskis Feder Emotionalität in Reinkultur. Moderner Rock wird geschickt garniert mit Orchesterparts oder den Klängen der Vergangenheit. Im Wechselspiel der beiden Stimmen ergibt sich eine ganz eigene Faszination, die Bannkreis vom bekannten Klanguniversum Subways abgrenzt. Dass neben Ingo Hampf und Símon Michael Schmitt ein Songwriterteam des Labels am Start war, zeigt sich besonders dann, wenn musikalische Ecken und Kanten einer fernsehtauglichen Eingängigkeit geopfert wurden. Einen Tiefpunkt erreicht die CD - kaum verwunderlich - im Zusammenspiel mit Santiano, dem Inbegriff glattgebügelter Massentauglichkeit. Sieht man von diesem Fehltritt ab, so bietet „Sakrament“ die Schönheit des Folk, intoniert von einem Spitzenteam. Was will man mehr?
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2018.
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Sunday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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