CD-Rezension / Review / Kritik

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Criminal Body Criminal Body CD Cover

Criminal Body „Criminal Body“

(This Charming Man/Cargo)
Kriminell geht es dieser Tage nicht nur bei Schweizer Achtziger-Verehrern zu – auch in Sachen Post-Punk gilt: Verbrechen zahlt sich aus. Siehe etwa Fotocrime aus Kentucky mit ihrer tollen „Always Night“-EP, und auch Criminal Body aus Münster haben etwas zum Thema zu sagen. Und obwohl es sich bei diesen fünf Stücken um das Debüt der Westfalen handelt, sind sie keine Unbekannten mehr, denn das Trio ist seit 2012 unter dem Namen Jungbluth als Screamo-Hardcore-Kraftstation unterwegs. Den brachialen Sound von Alben wie „Lovecult“ oder „Part Ache“ haben sie als Criminal Body weitestgehend über Bord geworfen. Dafür rotieren die Songs unheilvoll zwischen finster abgemischter Stimme, dreckigem Bassgewühle und zersplitternden Gitarren. Zwischen den dunkel auftrumpfenden „Sodium Lights“ oder „In This Our Life“ ploppen immer wieder düster schlürfende Schleicher wie „Days Of Future Past“ auf, die mittendrin kurz die Scherben aufkehren. Luis Vasquez von The Soft Moon wäre vermutlich stolz auf dieses Mini-Album – und wie heißt dessen aktuelles? „Criminal“. Womit sich der Kreis schließt.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2018.
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