CD-Rezension / Review / Kritik

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Aesthetic Perfection Ebb And Flow MCD CD Cover

Aesthetic Perfection „Ebb And Flow“ (MCD)

(Close To Human Music)
Longplayer sind überbewertet – findet Daniel Graves und veröffentlicht lieber seine inzwischen vierte Maxi. Nach „LAX“, „Love Like Lies“ und „Rhythm + Control“ stellt der Kalifornier auf „Ebb And Flow“ einmal mehr klar, wer den Industrial Pop erfunden hat, und haut einen astreinen, weil gut eingängigen Ohrwurm raus. Die für Aesthetic Perfection einstmals typischen Trance-Licks sind längst Geschichte und auch das Tempo ist deutlich gedrosselt. Graves favorisiert warme Harmonien und ohrenumschmeichelnden Gesang, denn exakt so reißt der moderne Dandy heutzutage im Club seine Beute auf. Richtig cheesy wird es mit dem Miggiddo-Remix, der dem Song auch die letzten Macho-Allüren austreibt und sich stattdessen mit butterweichen Dance-Beats ranpirscht. Beim letzten Song dieser Drei-Track-Maxi beweist Graves dann Repertoire-Kenntnis wie gleichsam Humor: Denn an die unseligen 90er-High-School-Visagen N’Sync hat sich noch keiner seiner Kollegen herangetraut. Auch nach der Defloration durch Aesthetic Perfection bleibt „Bye Bye Bye“ eine hoffnungslose Schnulze, gleichzeitig aber auch der Eindruck bestehen, dass Daniel Graves das von ihm erschaffene Genre Industrial Pop fürwahr mit Leben füllen kann. Egal, ob es nun um Industrial geht oder um Pop. Oder um beides.
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2018.

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