CD-Rezension / Review / Kritik

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Bebe Fang Bebe Fang CD Cover

Bebe Fang „Bebe Fang“

(Vrystaete/Enfant Terrible)
Obskur, obskur: Diese EP erschien ursprünglich bereits 2011 auf Tape und lief in den Räumlichkeiten von Enfant Terrible offenbar dermaßen in Dauerschleife, dass die Macher des niederländischen Spezialisten-Labels sich genötigt sahen, das gute Stück auf Vinyl wiederzuveröffentlichen – in der handlichen Auflage von 150 Stück. Passt insofern, da die Originalcassette seinerzeit in ähnlich überschaubarer Stückzahl kursierte. Und es war schon vor sieben Jahren ein spezielles, gedrücktes Vergnügen, das Berber Visser und Keimpe Koldijk präsentierten: Die sechs (beziehungsweise auf diesem Re-Release sieben) Stücke auf „Bebe Fang“ lassen sich vielleicht am ehesten als ritualistisch verbrämter Cold Wave mit monotonsten Drone-Qualitäten beschreiben, durch den vorsintflutlich anmutende Percussions, spröde Bassläufe und jenseitige Gesänge wehen. Herkömmliche oder gar an Popsongs erinnernde Strukturen unterläuft das Duo dabei konsequent, und falls sich jemand den minimalistischen frühachtziger Post-Punk von Young Marble Giants in noch runtergehungerter vorzustellen in der Lage ist, kommt das Stücken wie „Walk“, „Work“ und dem Bonus „One Ear“ zumindest einigermaßen nahe. Ein mysteriöses, verwunschenes Werk jenseits jeglicher Eingängigkeit.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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