CD-Rezension / Review / Kritik

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Arbor Ira Weltenfresser CD Cover

Arbor Ira „Weltenfresser“

(Red2Grey)
Wer den Rausschmeißer „Wundervolle Heilung“, den mit knapp 13 Minuten längsten Song von „Weltenfresser“, zum repräsentativen Album-Teaser deklarierte, müsste umgehend der Vortäuschung falscher Tatsachen bezichtigt werden. Denn während sich der Ausklang noch als durchweg melodisch einschmeichelnder Hybrid aus My Dying Bride und frühen Amorphis geriert, erweist sich die knappe dreiviertel Stunde zuvor als ein fordernd brisantes Gemisch aus zahlreichen Zutaten, die einer freigeistigen Hexenteufelsküche zu entstammen scheinen. Selbst der von Arbor Ira eigenhändig in die Waagschale geworfene Begriff des Psycho Doom mag da nur unzureichend greifen. Doch der Diversität ihrer kompositorischen Ansätze zum Trotz, gelingt es der Band aus Plauen, eine begrüßenswerte Griffigkeit einzustreuen, die sich nicht zuletzt den Verrichtungen des Leadgitarristen (Benjamin Barker) verdankt. Die Streicherfraktion aus Cello und Violine arbeitet dagegen eher jenem Malstrom zu, den wortgewaltige Tracks vom Schlage „Taurus Divina“ auslösen. Das Chaos am Rande der Verzweiflung, den Mut zum Schritt hinein, die bittere Erleuchtung am Ende des Dilemmas: Das alles illustrieren Arbor Ira in durchweg überzeugender Manier. Auch wenn etliche Passagen zunächst wie Irrwege anmuten. Gerade sie machen „Weltenfresser“ zu einer überaus lohnenden Erfahrung.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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