CD-Rezension / Review / Kritik

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Atena Possessed CD Cover

Atena „Possessed“

(Indie Recordings/Soulfood)
„Church Burning“, „Death Eating“, „Possessed“ oder „Heartless“ – ein Blick auf die Songtitel lässt erahnen, dass die Norweger auch auf ihrem dritten Album keinen dezenten Soulpop für Sozialpädagogenpartys spielen. Hier wird die Seele nicht gestreichelt, sondern von Finsternis verschlungen – und das im ganz großen Stil. Die Produktion lässt kaum Luft zum Atmen. Meist rücken einem die Marterwerkzeuge der dämonischen Heerscharen gnadenlos zu Leibe und die Schreie der zum nachtschwarzen Alptraum schwerer Depression Verdammten dringen auf das Trommelfell ein, dass es fast zu bersten droht. Zum Glück erstreiten sich hin und wieder ein bisschen Rap, ein paar Clean Vocals, deren Poppigkeit an Linkin Park heran und darüber hinaus reicht, oder auch Chorsamples ihren Platz („Oil Rigs“), die für die nötige Abwechslung sorgen. Sind das schon Zeichen der Hoffnung? Eher kurze Pausen wie jene, die entsteht, wenn der Fleischer eine rauchen geht, ehe er den Fleischwolf mit neuer Energie weiterkurbelt. „Possessed“ bietet brutale Musik auf Metalcore-Basis: Entspannend wie ein Tritt in die Weichteile, aber auch packend genug, dass sich der Langspieler als Ventil zum Frustabbau eignet. Play loud!
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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