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IAMX Alive in new light cover

IAMX „Alive In New Light“

(Caroline/Universal)
Es wurde Zeit für ein neues reguläres IAMX-Album. „Unfall“ vom vergangenen September war zwar ein willkommenes Experiment, das Chris Corners Vorliebe für analoge Klangerzeuger illustrierte – die Emotionalität und der aufwühlende Charakter von Platten wie „Metanoia“ oder „Kingdom Of Welcome Addiction“ ging dem instrumentalen Zwischenspiel jedoch naturgemäß ab. Und es ist unbestreitbar eine Wohltat, wenn sich der Opener „Stardust“ nach verhaltenem Beginn zu einem knurrigen Electro-Klopfer aufschwingt, in dessen Verlauf der Brite immer kehliger die Stimme erhebt. Spätestens wenn das Titelstück die ganz große Hymne auspackt, ist Corner wieder in dem delikaten Spannungsfeld zwischen Leidensdruck und himmelstürmender Euphorie angekommen, für das ihn seine Fans so lieben. Auch in der Folge marschiert „Alive In New Light“ durch die Instanzen der Depression, die der Frontmann inzwischen überwunden hat: Das schmeichelnde, perkussive „Stalker“ weckt böse Assoziationen, lässt die neue Gastsängerin Kat von D jedoch als trostreiche Stimme durch den Song spuken, „Body Politics“ kündet mit energiegeladenem elektronischen Uptempo von der Befreiung des Selbst. Und nicht erst beim verspielten, in schönster „Bernadette“-Tradition stehenden Dark Cabaret-Prachtstück „Big Man“ wird klar: Corner ist auf diesem erneut hervorragenden Album endgültig wieder ganz der Alte.
Thomas Pilgrim


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