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martin gore mg album cover

Martin Gore

„MG“
(Mute/GoodToGo)
Es scheint ein gutes Jahr für Depeche Mode-Fans zu werden. Oder ein schlechtes, wie man’s nimmt: Eine neue Platte wird noch ein wenig auf sich warten lassen, da die Mitglieder anderweitig beschäftigt sind. Laut Dave Gahan erscheint ein zweites Soulsavers-Album mit seinem Gesang idealerweise noch 2015, und auch Martin Gore hat da mal was vorbereitet. Dass der Brite sich diesmal nach seinen Initialen benennt, hat seine Gründe: Die 16 Tracks von „MG“ beeindrucken nicht durch Neuinterpretationen von einflussreichen Klassikern wie bei der „Counterfeit“-Reihe, sondern zeigen Gore als vielseitigen Klangtüftler, der Erstaunliches aus seinem Maschinenpark herausholt. Richtiggehende Songs gibt es hier nicht – dafür enorm dichte elektronische Stimmungen. Hätte der Vorabtrack „Europa Hymn“ auch Moby in Frickler-Laune gut zu Gesicht gestanden, dockt „MG“ nun an den verschiedensten Stellen an: „Exalt“ erinnert an eine defensivere Version der Drone-Spezialisten Fuck Buttons, während „Creeper“ seinem Titel alle Ehre macht und mit kokelnder Basslinie und fiependen Interferenzen auch aus der ambienten Hexenküche von Clock DVA in deren Mittelphase stammen könnte. „Crowly“ klingt danach mit seinem rigiden Acid-Gepolter nicht nur im Titel nach Gores VCMG-Projekt mit Vince Clarke, und mit „Featherlight“, das kurz vor Schluss die Rhythmusspur von „Trans Europa Express“ nachbaut, darf natürlich auch eine Verbeugung vor Kraftwerk nicht fehlen. Gleiches gilt für „MG“ in der heimischen Sammlung – egal wie viele Depeche Mode-Platten sich darin befinden.
Thomas Pilgrim

VIDEOCLIP "Europa Hymn":




www.martingore.com

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