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| Künstler: | Reto Wehrli |
| Titel: | Verteufelter Heavy Metal |
| Verlag: | Telos Verlag |
| Artikel: | Der Name des Verfassers klingt, als käme er aus der Schweiz, und richtig. Der Titel des umfangreichen Werkes (412 Seiten) klingt angesichts des Untertitels „Forderungen nach Musikzensur zwischen christlichem Fundamentalismus und staatlichem Jugendschutz“ wie ein Werk, daß sich der schlecht recherchierten medialen Hetzjagd auf Heavy Metal (in jüngster Vergangenheit scheinbar von Industrial, Electro, Goth abgelöst) anschließt. Weit gefehlt, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Herr Wehrli zeichnet dezidiert auf, welche Mechanismen immer wieder die gleichen, haltlosen Vorwürfe hervorbringen. Er betrachtet dabei die Entwicklungen in den USA, Deutschland und der Schweiz, gibt theoretische Einführungen und behandelt Bands und Personen exemplarisch. Unglaublich, wie häufig auch in wissenschaftlichen Kreisen englische Texte schlecht oder überhaupt nicht übersetzt werden, wie gerne der eine Hetzer vom anderen abschreibt und an der Verbreitung von Unwahrheiten teil hat. Der Autor hingegen nennt stets seine Quellen, strukturiert seine Argumentationen und geht nur auf solche Exkurse, die dem jeweiligen Anliegen dienlich sind. Während sein Stil über weite Strecken wissenschaftlich ist, bricht an einigen Stellen seine Leidenschaft für Heavy Metal durch, die ihn immer wieder beinahe fassungslos werden läßt, angesichts der unsäglichen Dummheit und Unkenntnis, die Heavy Metal Gegner an den Tag legen. Wehrli beleuchtet unter anderem ausführlich, welche Gestalt Zensur im weiten Bereich Musik in der deutschen Geschichte annahm. Mit vielen Coverabbildungen versehen ist „Verteufelter Heavy Metal“ ein unterhaltsamer und wertvoller Beitrag, der Gegnern wie Liebhabern von Heavy Metal gleichermaßen ein Standardwerk sein sollte. |
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| Autor: | Thomas Abresche |
| Ausgabe: | 03-2002 |
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