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05.08.2011: MC1R "Teutonical Visions" |
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MC1R
„Teutonical Visions”
(Eigenproduktion/www.mc1r.de)
Brechend voll ist das siebente Album des Electro-Virtuosen Nick Jonath a.k.a. MC1R – benannt nach einem Rezeptor auf dem 16. Chromosom, welcher Hautbräunung und Haarfarbe steuert, in seinem Fall ist es die vergleichsweise seltene rote. Von der inspirationsarmen Phase, die ihn einst heimsuchte, ist hier nicht das Geringste zu hören. Man möchte sie fast als Legende abtun. Die 17 neuen Tracks sprudeln vor Innovation und Expression, obwohl (oder weil, je nachdem) ein großer Teil instrumentaler Art ist. In drei Minuten der äußerst filigran aber dicht gewobenen Klangnetze zappeln mehr Ideen, als andere elektronische Bands auf einem kompletten Album durchblicken lassen. Komplexe Rhythmusarbeit, herrliche Flächen, Melodien oder Melodiefragmente, Mentallo-artig flirrende Sequenzen und vermehrt Distortion auf den Sounds rücken das Klangbild als Ganzes in die Nähe der besten IDM-Künstler von Ant-Zen oder Tympanik. Der Dark Electro-Charakter überwiegt wiederum bei einem Stück wie „Fever Dreams Obsession“, das mit Vocals von Andreas Malik (Object) bereichert wurde. Weitere gelungene Gesangsbeiträge kommen von LPF12 und Pyrroline. Als Bonus wurden zwei stilistisch exakt ins Bild passende Remixe addiert, die MC1R für Fix8:Sed8 und LPF12 zauberte. Da man mit derart anspruchsvoller Musik heute als Label keinen Cent mehr verdienen kann, besorgt Euch die auf 300 Stück limitierte CD (12,- Euro inkl. Versand) bitte direkt bei ihrem Erschaffer.
Jörn Karstedt
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