Principe Valiente "Principe Valiente"  E-Mail
Principe Valiente
“Principe Valiente”
(Parismusic/Cosmos Music)
Principe Valiente liefern auf ihrem gleichnamigen Debütalbum genau das ab, was nach einem Blick auf das sehr stilvolle Cover in Schwarzweiß zu erwarten war, nämlich melancholischen Dark Pop mit leichten Post Punk-Einflüssen, glücklicherweise die energiereiche Variante davon, eigenständig und mit einem feinen Gespür für gute Melodien und tolle Songs. Getragene Klavierklänge läuten das Werk angemessen ein. Gerade bei “In My Arms”, zu dem es auch ein Video gibt, laufen Principe Valiente zur Höchstform auf und überzeugen auf ganzer Linie. Der Bass wummert hypnotisch, die Gitarre prescht voran, das Schlagzeug macht Druck, dazu keine gesanglichen Achterbahnfahrten, sondern nonchalante Traurigkeit. Der Song hat eine ausgezeichnete Hookline, die sich in Verbindung mit dem stimmungsvollen Gitarrensound gnadenlos in die Gehirnwindungen frisst, sich dort wie ein Virus verbreitet und für immer festsetzt. Wobei auch bei diesem im Grunde hoffnungsvollen Song eine gewisse sonore Niedergeschlagenheit geblieben ist. “New Life” ist sogar noch besser gelungen, weil der Song zwar ebenfalls sehr eingängig ist, aber mehr düstere Post Punk-Elemente aufweist und dadurch insgesamt gesehen ein wenig experimenteller, aber nichtsdestotrotz tanzbar klingt. Highlight des Albums dürfte “The Night” sein, ein todtrauriger, energiegeladener Dark Pop-Song, bei dem die Gitarren die Atmosphäre diktieren – der dunkelste Song des Albums, zu dem es auch ein sehr schönes Video gibt. Stilvolle Melancholie, ästhetische Traurigkeit, keine Depression. Ein wunderbares Debütalbum mit somnambuler Wirkung.
Karin Hoog
 
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