INHALT
CH 61: And One "Computerstar", Front Line Assembly "Unleashed (Edit)", Monolith "Al Ahali (Club Mix)", Implant "You Push Me", Leæther Strip "Walking On Volcanos (Radio Version)", Hevein "As Far As The Eye Can See", Dreamquest "Virus", Lacrimas Profundere "My Velvet Little Darkness", Bloodflowerz "Damaged Promises", Corvus Corax "Venus Vina Musica", L'Ame Immortelle "Dein Herz" (Video), Zeraphine "Still" (Video), Shizuko Overdrive "Messiah" (Video), Trailer "Hard Candy"
And One, WGT 2006 Nachlese (16 Seiten!), Placebo, Oomph!, Corvus Corax, Front Line Assembly, Terminal Choice, Nitzer Ebb, Qntal, L'Ame Immortelle, Cradle Of Filth, Camouflage, Zeraphine, Lacrimas Profundere, The Birthday Massacre, Dir En Grey, Hevein (Ex-Apocalyptica), Edenbridge, Insekt, Muse, Nosferatu, Gorgoroth, Bloodflowerz, Godsmack, Monolith, Reflexion, Ayabie, Behind The Scenes, Blood, Carpathian Forest, Lacasa Del Cid, D.A.D., Gaë Bolg, The Gazette, Implant, Junkie XL, Kampfar, Katatonia, Killing Joke, Motor, Mucc, New York Dolls, Noekk, Primal Scream, Radio 4, Raison D'Etre, Chris Reed, Saturnus, She Wants Revenge, Shizuko Overdrive, Snog, Spektralized, Tamtrum, Towers Of London, Trashlight Vision, AFI, Limbogott, Fiendfest
AND ONE
Fantalk, Bodypop und Anglizismen
Ein öffentlicher Treffpunkt. Menschen drängen sich eng vorüber. Hamburgs nordische Luft schmeckt heute ganz besonders nach Veränderung. Seit kurzem hat die hanseatische Metropole einen neuen Bewohner. Vor dem 2004er Album "Aggressor" konnte ich ihn nicht recht riechen. Heute habe ich seine Witterung aufgenommen und es sieht so aus, als habe Steve Naghavi die Nase wieder ganz vorne. Er setzt sich mir gegenüber und sieht blendend aus. Keine Frage: 2006 steht ganz im Zeichen von And One. Doch nun mal Butter bei die Fische: Die aktuelle Single "Military Fashion Show" rotiert schon seit Wochen fleißig in den CD-Playern der Clubs und schon legt And One mit einem weiteren Singlegroßangriff nach. Zwei Singleauskopplungen vor dem Album namens "Bodypop", das bekanntlich Anfang September herauskommen wird?
And One ohne Berlin?
Steve lacht auf diese Frage laut und herzlich: "Ich habe ja gar nicht nur in Berlin gelebt und überhaupt bin ich von Hamburg richtig überrascht! über meine Erfahrungen im Harz habe ich erst kürzlich in ausführlichen Worten berichtet. Berlin, Harz,…jetzt bin ich hier in Hamburg! Man sagt, die Hamburger wären kühl und reserviert - das kann ich nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil, ich finde die Menschen in Hamburg sehr höflich und freundlich. Ich gehe hier wirklich viel weg: Kir, Markthalle, Kaiserkeller. Ich würde sogar sagen, dass man in Hamburg fast weniger komisch angeschaut wird als in Berlin." Der Wahlhamburger mit iranischer Abstammung fügt augenzwinkernd noch hinzu: "Der Grund für meinen Umzug? Strikt privat!" Oha, verstanden.
CORVUS CORAX
Reisen bildet
Dass Castus, Wim und all die anderen Recken von Corvus Corax vor lauter Arbeit überhaupt noch wissen, wo ihnen der Kopf steht, ist eigentlich ein Wunder. Kaum hatten die Berliner die Arbeiten an der DVD-Veröffentlichung ihres Cantus Buranus Projektes abgeschlossen, ging es für die nächste Rockproduktion mit Tanzwut in die heiße Phase. Und als wäre es nicht genug, auf dieser Spielwiese das Doppelalbum "Schattenreiter" unters Volk zu bringen, lassen sie ihrer Kreativität gleich darauf bei einem neuen Corvus Corax Werk freien Lauf. Abgesehen vom musikalischen Schaffen ließen sie es sich noch nicht einmal nehmen, eine Rahmenhandlung für den Anfang Juli erscheinenden Longplayer "Venus Vina Musica" zu verfassen.
Wie es sich für echte Spielmänner gehört, ist da die Rede von einem Kollegen aus dem 13. Jahrhundert, dessen Odyssee durch aller Herren Länder davon angetrieben war, die sagenumwobene indische Prinzessin Sanyogita zu finden. Von ihr wurde behauptet, sie sei die schönste Frau der Welt. Kreuz und quer soll ihn seine Suche durch Europa, Nordafrika, Kleinasien und schließlich bis in den fernen Osten geführt haben. Diese Erzählung als Aufhänger zu nehmen, um vielfältige ethnische Elemente und neue Lieder in die Musik von Corvus Corax einzubinden, bietet sich an, doch mit der Wahrheit nimmt man es nicht allzu genau, wie Castus bestätigt.
FRONT LINE ASSEMBLY
Zurück in alter Stärke. Part II.
Schon in der letzten Ausgabe präsentierten wir einen erfrischenden Bill Leeb, der voller Genuss und Freude über das neue FLA-Werk "Artificial Soldier" sprach, das Ergebnis und vor allem die Art und Weise seines Zustandekommens in höchsten Tönen pries, wobei es ihn besonders glücklich machte, dass er mit Rhys Fulber, Chris Peterson und einem gewissen bislang unbekannten Jeremy Inkel eine eingeschworene Crew an seiner Seite weiß. Und er war und ist in der besten Stimmung seit Jahren, hat nach eigenem Bekunden (und auch ganz ohrenscheinlich) zu alter Stärke und positiver Power zurückgefunden. Die Gastsänger Eskil Simonsson und Jean-Luc de Meyer waren am Werk beteiligt; und Bill schwärmt immer noch von dieser Zusammenarbeit...
"Vor drei, vier Monaten absolvierten Front 242 eine kleine US-Tour, in deren Rahmen sie auch in Vancouver gastierten. Nach der Show besuchte ich Jean-Luc in der Backstage und unterbreitete ihm mein Gastsängervorhaben. Er war sofort begeistert von der Idee und angetan von dem Track, dem ich ihm vorspielte. Aus dem Stand hatte er Gesangsideen parat, die er ja dann auch kurze Zeit später umsetzte. Es war phantastisch, dass da sofort eine Art Spannungsbogen zwischen uns entstand, er sich vom ersten Augenblick an inspiriert fühlte. Manche Leute bemängelten im nachhinein zwar, dass die beiden von Eskil und Jean-Luc interpretierten Songs gar nicht mehr wie FLA klingen würden - dem kann ich allerdings wirklich nicht zustimmen. Natürlich birgt das Element der menschlichen Stimme große Macht, jedem Song einen gewissen Stempel aufzudrücken, und doch sind und bleiben diese zwei Songs waschechte FLA-Knaller! Jedenfalls bin ich sehr stolz auf diese Zusammenarbeit. Denn - wer weiß? Vielleicht ist ‚Artificial Soldier' ja in der Tat das letzte FLA-Album, und umso glücklicher bin ich, dass es noch zu diesen schönen speziellen Beiträgen kam!"
Dark Metal Highlight des Monats
HEVEIN
Ohne Kategorisierungsmöglichkeiten
Der Winter scheint erst seit wenigen Tagen vorbei zu sein, die Schönheit der Natur befindet sich noch im Tiefschlaf, denn Bäume und Gräser erstrecken sich in modrigen gerade vom Schnee befreiten Brauntönen und stehen im harten Kontrast zur sich schnurgerade begrenzungsfrei ihren Weg bahnenden vierspurigen Autobahn, die sich kurze Zeit später unvermittelt durch die wenig ansehnliche Plattenarchitektonik der osteuropäischen Hauptmetropole schlängelt. "Die Kombination von scheinbar unvereinbaren Gegensätzen und Spannungen hatte schon immer etwas für sich und brachte nicht selten etwas neues hervor", sollte mir Max Lija karterresistent am nächsten Tag nahe legen. Warum Moskau, frage ich mich, während ich im circa zwanzig Jahre alten Lada Taxi unentwegt hin und hergeschleudert werde und mir sich nach dem einhundertfünfzigsten waghalsigen Ausbremsspurwechsel bei einem Rechtsüberholmanöver langsam die Nackenhaare sträuben. Ich werfe noch mal einen Blick auf das Back-Cover der Hevein Promo CD und stelle eine vermeintliche Verbindung zwischen den abgebildeten zerfallenden Plattenbauten mit einer nachdenklich wirkenden klassischen Metalformation davor fest, die allerdings durch zwei Streicher ergänzt wird. "Wir fühlen uns irgendwie mit Moskau verbunden und haben hier schon einige Konzerte veranstaltet. Hevein ist schließlich etwas ganz besonderes, also sollte ein exklusives Showcase der finnischen Ausnahmehoffnung auch an einem besonderen Ort stattfinden", sollte mir Manager Kari später in der gemütlichen Seventies Style Lounge des recht gediegen edel eingerichteten Clubs, der sich über drei Etagen und mehrere Ebenen im Discoambiente bis hin zu Zarenprunk erstreckt, erklären.
Gothic Pop Highlight
REFELXION
Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes, etwas Blaues
Die abschiedsnassen Taschentücher Sentenced und Nightwishs sind gerade getrocknet, da schießen aus dem Land der 1000 Seen bereits die nächsten hoffnungsvollen Melodic Goth Rocker hervor: Reflexion heißen die fünf Jungs aus Oulu, die es mit ihrem jüngst erschienenen Debütalbum "Out Of The Dark" auf die Herzen der deutschen Fans abgesehen haben und hierzulande schon als Geheimtipp gehandelt werden. Sänger Juha Kylmänen nimmt's leicht.
Die eigentlich gar nicht mehr so junge Geschichte ist dennoch schnell erzählt: "Unsere Gitarristen Heikka (Juhani Heikka) und Jolma (Ilkka Jolma) spielten im Nachbarproberaum. Sie hatten keinen Sänger und ich mochte ihren AC/DC haften Sound. Schnell dachte ich mir meine eigenen Gesangslinien dazu aus, dann passte ich den richtigen Moment ab, um ihnen vorzusingen. Fortan spielten wir gemeinsam lange Zeit nur im Underground. Drummer Raymond (Pohjola) stieß ein Jahr später dazu und Mikko (Uusimaa), unseren heutigen Bassisten, lernten wir vor zwei Jahren kennen, nachdem wir unser erstes Demo ‚Journey To Tragedy' 2003 bereits fertig gestellt hatten".
OOMPH!
Augen auf: Wir kommen!
Kaum einen anderen Stadtteil der britischen Hauptstadt assoziiert der Freund gotisch-nebulöser Klänge seit jeher stärker mit seinen nokturnen Neigungen als Londons leicht nördlich gelegene Freak-Enklave Camden Town, in deren bizarr pulsierendem Herzen mit den renommierten Jungle Records eine der wohl wegweisendsten und dienstältesten Indie-Plattenfirmen dunklerer Gangart beheimatet ist. Wir trafen mit NFD eine der aufregendsten englischen Schattenrockbands der Gegenwart in den altehrwürdigen Räumen ihres Camdener Kult-Labels, um über die vornehmen Sitten und Gebräuche der überzeugten Gothic Rock-Traditionalisten zu sprechen, die die Mannen um Frontmann Peter "Bob" White auch mit ihrem zweiten Album "Dead Pool Rising" unbeirrt hochhalten!
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