INHALT
Clubspecial mit über 30 Gutscheinen (Clubs + Fashion, größtenteils ganzjährig gültig) CH47: New Order "Krafty (Glimmers 12" Extended)", Pink Turns Blue "Now's The Time", Diorama "Friends We Used To Know (Exklusiv-Single-Edit)", [:SITD:] "Crusade (Exklusiv-Edit)", X-Fusion "Masochist", S.K.E.T. "Revolution Of The Pigs", Gothminister "Dark Salvation", miLu "No Future In Gold", nCor "Luft", New Rain "Shelter's Child", Mandrake "Ode To The Outside World", Multimedia: Gabriel Burns "Diesseits der Kuppeln" (mp3 Hörprobe); Apocalyptica "Wie weit" (video), Deine Lakaien "Over And Done" (video), Deine Lakaien - Interview Video, A Perfect Circle "Passive" (video) Deine Lakaien, Nine Inch Nails, Pink Turns Blue, Diorama, Lacrimosa, Rammstein vs. Apocalyptica, VNV Nation, New Order, [:SITD:], Qntal, The 69 Eyes, Sentenced, ASP, Garbage, Leaves' Eyes + Midnattsol, Mudvayne, Billy Idol, Gothminister, Moby, X-Fusion, Colony 5, Deadchovsky, DevilDriver, Disbelief, Alec Empire, Escape With Romeo, Gothminister, Heimataerde, Implant, Individualdistanz, Jerico One, LAB, Madrugada, Mandrake, Maxim, Mechanical Moth, Mourning Beloveth, My Sixth Shadow, nCor, Negative, Neotek, New Rain, Nosferatu, Pain, Siddharta, S.K.E.T., Terrorfakt, Treibhaus, Tristesse De La Lune, Tumor, Z.e.t.a.-X, Milu, Umbra Et Imago, Visual Kei - Special, Leserpoll 2004
DEINE LAKAIEN
Ein eingespieltes Team
Schlag auf Schlag wird es in diesem Jahr gehen, was die Meldungen um das Duo Ernst Horn und Alexander Veljanov betrifft. Kaum durften Mitte Februar die Fans die erste Single "Over And Done" ihr eigen nennen, wird das Album "April Skies" in die Läden gebracht. Als nächstes folgt eine ausgedehnte Deutschlandtour, bevor im Sommer ein ganz besonderer Auftritt am Freitag vor dem M'Era Luna Festival stattfinden wird (wir berichteten). Eine ganze Reihe an Ereignissen also, die das Leben der Musiker in einen straffen Rhythmus pressen. Eingespannt in derlei Mechanismen kann schon mal die Kreativität bei der ein oder anderen Band auf der Strecke bleiben. Nicht so bei den Lakaien. Seit fast 20 Jahren verstehen sie es, sich immer wieder Freiräume zu schaffen, um notwendige Energien zu tanken. Schon allein deshalb hatten sich die beiden, kurz bevor der ganze Trubel im letzten Jahr begann, etwas rar gemacht.
Wobei, so ruhig hatte es zumindest Ernst dank seines Mittelalter-Crossover Projektes Helium Vola dann doch nicht. Workaholic wie er ist, gelang es dem Münchner dennoch, neben der Musik auch einen Teil der Texte zu "April Skies" beizusteuern. Allzu leicht scheint ihm das allerdings nicht gefallen zu sein. "Das Texte Schreiben fällt mir schon schwer. Nicht vom thematischen Aspekt, aber ich bastle wahnsinnig lange an den Sachen, da ich immer versuche, die Worte wie ein Musiker zu ordnen. Meine Texte bestehen sehr oft aus Wortwiederholungen oder ähnlich klingenden Worten, die den gleichen Rhythmus ergeben. Da bin ich total penibel, was es schwierig macht. Aber letzten Endes muss ich schon sagen, dass es mir Spaß macht."
DIORAMA
Champagner für (fast) alle
Beinahe scheint es, als ob - je einfacher und billiger das technische Equipment für Musikproduktionen wird - der Reiz des Antiquierten immer mächtigeren Zulauf bekommt. Zwar ist digital immer noch besser, aber auch Analoges besitzt (wieder) Charme. So erlebt der aufmerksame Hörer 2005 ein Paradoxon: Trotz bestehender Ressourcen wird nicht schnell und simpel produziert, sondern bedächtig und akribisch. Auch die deutsche Wave-Pop-Formation Diorama hat ihr Album "Amaroid" zum Teil in ‚oldschool'-Manier gefertigt - und in fünf Studios!
Damit hat die Mannschaft um Sänger Torben Wendt einen Schritt zurück gemacht, selbstverständlich nur, was die Neuwertigkeit ihrer Produktionsmittel angeht. Denn dem Sound von "Amaroid" hat diese Nichtfrischzellenkur gut getan, auch wenn sie der Hörer wohl nur unterschwellig wahrnehmen wird. Dass "Amaroid" in gleich fünf anstatt der sonst üblichen ein bis zwei Studios aufgenommen wurde, wird der Endverbraucher aber definitiv nicht bemerken. Was auch nicht der Zweck der übung sein sollte, wie Torben Wendt verrät: "Die Anzahl der Studios hat absolut keinen Einfluss auf die finale Soundqualität einer Platte. Uns waren während der Produktion von ‚Amaroid' zwei Dinge wichtig: Erstens, es sollte aufgrund des warmen, satten, bauchigen Charakters der Songs ausschließlich analoge Technik zum Einsatz kommen, und zweitens sollten für jedes Stück zum gewünschten Klangergebnis die optimalen Gerätschaften verfügbar sein. Und weil unser eigenes Studio auf analoger Basis technisch limitiert ist, war schnell klar, dass wir zusätzlich andere Studios anmieten und nutzen würden."
LACRIMOSA
Vom Business… Vom Schatten…
Am 18. Januar hatte der geschätzte Kollege Abresche Lacrimosa in Hamburg besucht, wo diese einer inzwischen langjährigen Tradition folgend in den Impuls-Studios ein neues Album aufnehmen. An jenem Tag (vergleiche Februar-Ausgabe) waren die Spuren des großen Orchesters noch nicht aufgezeichnet, der Veröffentlichungszeitplan noch nicht gewiss. Um so überraschender ist, dass nur wenige Tage bekannt gegeben wird, dass das neue Lacrimosa-Album am 05. Mai 2005 veröffentlicht werden soll. Offenkundig macht Tilo Wolff sich mit einem eng gesteckten Zeitplan selbst einigen Druck. Das klingt nach Stress.
Mitte Februar bringt ein Kurier aus Hamburg ein Tape mit vier Stücken des neuen Albums - über dessen Titel Tilo sich, auch damit einer bekannten Tradition folgend, vorerst ausschweigt. Immerhin verkünden Kugelschreiberschriftzüge blau auf weiß vier Titel: "Saphire", "Der Kelch der Liebe", "Lichtgestalt" und "Nachtschatten". Diese vier Songs füllen nahezu eine Seite der 60-Minuten-Kassette. Womit geklärt ist, dass Tilo Wolff nicht neuerdings Dreieinhalb-Minuten-Songs komponiert. Im Gegenteil… - doch dazu später.
Am 18. Februar haben wir Gelegenheit, telefonisch Tilo Wolff zum kommenden Album zu befragen. Das Interview verzögert sich um fast eine halbe Stunde, wofür Tilo sofort aufrichtig um Entschuldigung bittet: "Ich hatte eben noch ein Interview mit einem spanischen Magazin, und da gab's ein Missverständnis; ich hatte das so verstanden, als sei das als Interview zu Snakeskin gedacht, und nach einer halben Stunde sagte der Interviewer: ‚… und jetzt zu Lacrimosa', da wollte ich ihn auch nicht einfach abwürgen…" Er lacht entschuldigend. "Die Spanier mag ich ja…"
"Eigentlich geht's mir sehr gut", bestätigt Tilo mit durchaus zufriedener Stimme, "ich hab' bloß im Moment viel Stress…" Das ist nachvollziehbar; dass er nicht aus Hamburg anruft, ist überraschend: "Nein, ich bin schon wieder in der Schweiz. Eigentlich sollte ich noch in Hamburg sein, aber ich hatte hier schon Termine gemacht, die sich nicht mehr ändern ließen, deswegen musste ich zurückfliegen."
MUDVAYNE
Episode III - Die Definition von hart
Die erste große Pause nach Veröffentlichung ihres 2000er Debüts "L. D. 50" haben die durchgeknallten Nu-Metal-Freaks von Mudvayne gerade hinter sich gelassen und melden sich nun mit neu gebündelten Kräften und ihrem dritten Album aus der selbst verordneten kreativen Auszeit zurück. Und soviel sei vorweg genommen: Mit "Lost And Found" haben Mudvayne ein wahrliches Mörderwerk im Gepäck!
Alles neu macht der April, genauer gesagt der 11.04.2005, das Erscheinungs- und Entscheidungsdatum des schicksalhaften, dritten Longplayers der undurchsichtigen Nu-Metal-Shootingstars Mudvayne. Das mirakulöse dritte Album, von dem der Musikschaffendenvolksmund allgemein über die weitere Karriere einer Band orakelt: Durchbruch oder Durchschnitt.
Bestandsaufnahme. Planet Metal heute: Mittlerweile hat sich die Masken- und Make-up-Bands-Hysterie der ausgehenden 90er Jahre gelegt; ehemals schwer angesagte Combos wie Powerman 5000, American Head Charge, Mushroomhead, Godhead oder 40 Below Summer sind - wenn überhaupt - heute nur noch eine kleine Randnotiz wert. Auch die Besatzung des stolzen Masken-Metal-Flaggschiffs Slipknot paddelt in ihrer Freizeit verstärkt in ungeschminkten Sologewässern und wird seit geraumer Zeit selbst vom paralysiertesten Kritiker "nur" noch nach ihrer Musik beurteilt. Weg mit der Maske, haben sich auch die Verkleidungskünstler von Mudvayne gedacht, die sich mit der Veröffentlichung ihres neuen Albums "Lost And Found" erstmalig völlig unmaskiert zeigen und auch ihre teils unfreiwillig komischen Synonyme abgelegt haben.
NINE INCH NAILS
Die Rückkehr. Teil I
Nun ist es inzwischen über fünf Jahre her: Im Herbst 1999 erschien das bislang letzte Werk von NIN. Das Doppelalbum "Fragile" war ein betörender Meilenstein in der Geschichte des Rock, genau wie sein Vorgänger, das 1994er-Meisterwerk "The Downward Spiral". Merke: Fans des genialischen Trent Reznor müssen sich immer wieder in Geduld üben. Nun aber, man mag es kaum glauben, hat die Durststrecke ein Ende, denn am 08. Mai veröffentlicht der legendenumrankte Meister endlich wieder ein frisches Studioalbum: "With Teeth" wird es heißen und dreizehn neue Kostbarkeiten der hohen Schule des Industrial-Songwritings präsentieren. Zumindest kann man getrost davon ausgehen - bedauerlicherweise weiß ich es noch nicht ganz genau, da die Plattenfirma zunächst lediglich eine Fünf-Track-Kassette als Vorschau an die öffentlichkeit weiterzugeben beliebte. Diese aber hat es in sich, wenngleich Trent selber, wie man lesen wird, eine solche Vorgehensweise nicht wirklich gut heißen mag. Ein erstes Gespräch mit dem Industrial-Hexer sollte das kleine ärgernis indes nicht verhindern. Und so hatte ich ihn tatsächlich an der Strippe - aus der er allerdings noch während meiner ersten Frage direkt wieder verschwand. Technische Panne. Man muss sich eben in Geduld üben...
Eine Minute später ist er wieder da, und artig wiederhole ich mein Statement, das sich, wenig überraschenderweise, um diese fünf Stücke rankt. Worauf Trent Reznor stutzt und sich verwundert darüber äußert, dass noch nicht das gesamte Album zugänglich ist; und er erkundigt sich nach dem Tracklisting. "Wer auch immer diese Songauswahl traf, hat in meinen Augen nicht unbedingt ein glückliches Händchen bewiesen.
PINK TURNS BLUE
Kein Föhn
Kaum sind sie wiederauferstanden, schon stehen sie in Flammen: So als hätten alle Leidenschaft und alle Schmerzen der vergangenen zehn Jahre als Brennstoff für ihre Songs gedient, klingen Pink Turns Blue auf ihrem neuen Album. Nicht ohne Grund trägt es den Namen "Phoenix". Aber Pink Turns Blue schaffen mehr als eine bloße Wiederauferstehung. Sie zeigen, wie man sich treu bleibt, ohne sich auch nur ansatzweise selbst zu kopieren.
"Uns war wichtig, dass man spüren konnte: Das ist nicht nur so eine Retro-Band, die einen Sound macht wie vor zehn, fünfzehn Jahren. Sondern es sollte wieder eine Band entstehen, die ihre Daseinberechtigung hier und heute hat", sagt Sänger Mic Jogwer. Er hätte es wohl witzlos und ein wenig heuchlerisch gefunden, einfach zu versuchen, große Szene-Hits wie "Michelle" oder "Walking On Both Sides" zu reproduzieren, nur weil dies eine todsichere Erfolgsmasche gewesen wäre. "Phoenix" knüpft auch nicht genau dort an, wo die Band einst aufhörte, sondern früher. Einen Hinweis darauf gab schon das im vergangenen Jahr veröffentlichte Album "Reunion", das die alten Hits enthielt, aber die beiden letzten Alben "Sonic Dust" und "Perfect Sex" fast vollständig ausklammerte. "Diese beiden Alben waren einfach nicht mehr das, was Pink Turns Blue ausgemacht hat. Und insofern gab es sicher eine Orientierungslosigkeit und eine Selbstentfremdung von unserem eigenen inneren Feuer", sagt Jogwer heute.
Heute sind die alten Streiter wieder zusammen: Marcus Giltjes, Louis Pavlou und Reini Walter, verstärkt durch Keyboarderin Brigid Anderson, die zuvor gemeinsam mit Mic Jogwer das Projekt Orden bildete.
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