INHALT
CH38 CD1: Fixmer/McCarthy "Freefall", Skinny Puppy "Ghostman", X-Fusion "Ashes To Ashes", Aiboforcen "Not Unique", De/Vision "Beside You", Mnemonic "Another Day On My Own", XP8 "She Says", Spiritual Cramp "Drunken", Reptyle "Massacre Celebration", The Last Days Of Jesus "Everyday Is Halloween", Pronoian Made "The Secret", Asrai "Pale Light", Officium Triste "In Pouring Rain", Snakeskin "Melissa", Xotox "Nasse Wände", Schattenkinder "Vanished"
CH38 CD2-Video: Lacrimosa "Not Every Pain Hurts", Oomph! "Ice Coffin", Leaves' Eyes "Into Your Light", Lacuna Coil "Heaven's A Lie", Xandria "Ravenheart", Zeraphine "New Year's Day", De/Vision "Try To Forget ´96", Apoptygma Berzerk "Kathy's Song", The Retrosic "The Storm"
Nightwish, Within Temptation, Leaves' Eyes, Xandria, Fixmer/McCarthy, Lacuna Coil, Slipknot, Skinny Puppy, Oomph!, And One, Therion, Seabound, Das Ich, De/Vision, The Doors, Wolfsheim, The Mission, Goethes Erben, Apoptygma Berzerk, Suicide Commando, Subway To Sally, Estampie, Asrai, Beautiful Disease, Cascades, Crüxshadows, Corvus Corax, Cycloon, Dark Tranquillity, Hanin Elias, In Flames, Kontrast, Minerve, Monofader, Nebelhexe, Orphanage, Das Präparat, Reptyle, Sanctum, Schattenkinder, The Last Days Of Jesus, Comic-Special: Erinys, Silent Assault, Skeletal Family, Snakeskin, Soil, Sonic Youth, Spiritual Cramp, Stendal Blast feat. Blutengel, Superikone, Trial, Trümmerwelten, Twin Machine, Undergod, Vanitas, Velvet Revolver, X-Fusion, Xotox, XP8, Invitation Festival
WITHIN TEMPTATION
Musik für Mutter Erde
Mit ihrem letzten Longplayer "Mother Earth" schafften es die Niederländer im vergangenen Jahr bis in die Top Ten der Album-Charts. Eine Coverversion von Kate Bushs "Running Up That Hill" brachte die Helden des bombastischen Fantasy-GothMetal vor kurzem nochmals in Erinnerung. Das Nachfolgealbum hingegen, das Sängerin Sharon den Adel kurz vor Weihnachten noch für März angekündigt hatte, lässt weiterhin auf sich warten. Grund genug für einen kleinen Plausch mit der Dame, deren Stimme und Bühnenpräsenz fraglos entscheidend zum durchschlagenden Erfolg des Quintetts beigetragen hat.
NIGHTWISH
Three, Two, Once - lift off!
Irgendwie scheint es mehr als eine liebe Gewohnheit von Bands zu sein, sich selbst immer wieder zu beweisen, dass man es mit jedem neuen Album noch besser kann als beim letzten. Und unter uns: Ist ja auch gut so, wo kämen wir als Fans und Hörer sonst hin. Aber drehen wir die Frage mal herum: Wo kämen die Bands sonst nicht hin? Was war zuerst da, das Ei oder die Henne, Druck oder Leidenschaft, Technik oder Instinkt? So ähnlich klingen wohl die Fragen, die sich Musiker jedes Jahr immer wieder neu stellen müssen, um nicht auf der Stelle zu treten, denn nach dem Album ist bekanntlich vor dem (nächsten) Album. Es muss wohl von allem ein bisschen sein. Und nun ist es wieder einmal soweit, Nightwishs neustes Album "Once" wird am 07. Juni europaweit veröffentlicht. Das wievielte Album es ist, ist für manche gar nicht so einfach zu beantworten. Zahlenjongleure und Abergläubische sagen natürlich, es sei das siebte. Spitzfindige Zeitgenossen meinen, die 2001 erschienenen "From Here To Eternity" (Live-DVD) und "Over The Hills And Far Away" (Videos und Liveversionen) seien zwar geil, aber eigentlich nicht komplett neu, wenn auch heißgeliebt. Ist ja im Grunde egal, denn es gibt Neues und zwar in der Totalen: "Once". Es ist das fünfte Studioalbum der finnischen Symphonic Metaller und ein echter Meilenstein. Das Album wurde am (und da ist sie wieder) 07. April fertiggestellt.
XANDRIA
Großes Kino ohne Musik-Mathematik
Wer kennt das Gefühl nicht, nach dem Ende einer langjährigen Beziehung vor einem verdammt großen Haufen von Scherben zu stehen und nicht zu wissen, ob man diese in Freundschaft wieder zusammenfügen kann oder der ehemals geliebte Mensch früher oder später einfach aus den Gedanken verschwinden wird, als ob nie ein gemeinsames Leben existiert hätte. Meist tritt eher letzteres ein, doch im Fall von Lisa Schaphaus und Marco Heubaum, ihres Zeichens Frontelfe und Bandgründer der Gothic Metaller Xandria, wandte sich alles zum Positiven. Zwar war es anfangs wie erwartet nicht ganz einfach, als während der Produktion des Erstlingswerks "Kill The Sun" die Beziehung der beiden auseinanderbrach, doch ihr zweites Album "Ravenheart" ist der Beweis dafür, dass sich die beiden wieder erfolgreich zusammengerauft haben und mit Xandria nun erneut einen Angriff auf die dunkel-düstere Musikwelt starten.
LEAVES' EYES
Die Wiege des Metal
Die Frau in der historischen Entwicklung gleicht einer Pflanze, welche sich den jeweiligen Lebensbedingungen im gesellschaftlichen und männlichen Beziehungsgeflecht anpasst. Doch Anpassung schafft Vielfalt und bringt nach Irrwegen über Aussteuer, Lockenwickler, Latzhosen und Schulterpolster schließlich die evolutionär mit allen Wassern gewaschene Weiblichkeit hervor, mit der wir es bei Liv Kristine Espenaes Krull zu tun haben. Theatre Of Tragedys (TOT) Ex-Leadsängerin und Goth-Metallerin der ersten Stunde holt nach lehrreichen Ausflügen in Popgefilde mit Leaves' Eyes zur zartesten Versuchung seit Erfindung dieses Genres aus - stark, talentiert und glücklicher als je zuvor.
Gothic Rock Highlight des Monats
THE LAST DAYS OF JESUS
Deathrock auf Speed
Wer eine Revolution im Deathrock-Genre sucht, jettet nach L.A., sucht vielleicht in New York oder schaut sich den englischen Nachwuchs in London an. Wohl niemand käme auf die Idee, am Fuße der Karpaten die Lauscher aufzustellen. Und erst recht niemand würde dabei auf eine Band aufmerksam, die schon seit zehn Jahren existiert. Was ein schwerer Irrtum ist, denn The Last Days Of Jesus haben sich mit ihrer jüngsten CD "Alien Road" komplett neu erfunden. Sie ist schnell, psychotisch, innovativ - eben das, was niemand erwartet hätte. Bratislava im Mai. Die Sonne scheint, die Donau plätschert und viele in der Hauptstadt der Slowakei freuen sich darüber, dass ihr Land gerade in die EU aufgenommen wurde. Man gibt sich kosmopolitisch, spricht meist mindestens drei Sprachen, schließlich liegt man unweit der Grenze zu österreich und Ungarn. Alles scheinbar harmlos also. Doch wenn es dunkel wird, dann kommen die merkwürdigen Gestalten zum Vorschein, bleich, geschminkt und mit toupierten Haaren. Denn Bratislava ist auch eine der osteuropäischen Zentralen für Batcave-Sound. Hätte man zum Beispiel im Februar vor dem großen Industriekomplex gestanden, der direkt hinter der Stadt beginnt, hätte man vier alienartig geschminkte Männer gesehen, die wie eine durchgeknallte Roboterbrigade über das schneebedeckte Feld marschierten. Und irgendwie gibt dieses Bild schon recht genau wieder, wie The Last Day Of Jesus sich im Jahre 2004 präsentieren: Gekleidet wie frisch renovierte Old-School-Gothics geben MaryO, Anjo, Fessy und Vajco den Takt an, dem sich in den nächsten Monaten die Deathrock-Discos zumindest hier in Europa ergeben werden.
ERINYS
Der Widerschein des Jenseits
Der Tod hat viele Gesichter. Aber nicht alle von ihnen sind so bezaubernd wie das von Erinys. Seit Februar 2003 greift der schöne Todesengel auf den Seiten des Sonic Seducer nach dem Leben derer, die es verdient haben. Nach Pädophilen, skrupellosen Dealern, Zuhältern, nach Menschen, die große Schuld auf sich geladen haben - und ein mysteriöses Mal auf ihrer Stirn tragen, das nur für Erinys sichtbar ist. Jetzt erscheint die Geschichte von Erinys als 56-seitiges Hardcover Comic-Album. Es unterstreicht nicht nur die radikal moderne grafische Umsetzung des Comics, sondern bringt auch noch eine absolute Neuheit mit sich: Erinys wird der erste Comic mit Soundtrack. Die Welt von Jan Meininghaus besitzt viele Facetten. Er liebt Metal, HipHop und BigBeat, schöne Autos, schnelle Mädchen und furchteinflößende Skateboards. Er greift zum Pinsel, zu Airbrush, zur Maus. Denn Jan Meininghaus ist nicht in erster Linie Comiczeichner, eher ein Graphiker und Designer, der schon eine ganze Legion von CD-Covern entworfen hat, von Computerspiel-Verpackungen, von Websites und von Skateboards. Und gemeinsam mit dem Kölner Thorsten Felden hat er "Erinys" erschaffen, eine ebenso düstere wie bleiche Gothic-Lady, die sich ihren Weg durch ein modernes Metropolis bahnt, auf der Suche nach immer neuen Opfern und schließlich auf der Suche nach sich selbst. Denn die Todesbringerin weiß nicht genau, was sie eigentlich antreibt, woher die Kreuz-Male auf den Stirnen ihrer Opfer stammen und wie sie mit schlafwandlerischer Sicherheit stets die richtigen Opfer findet.
ESTAMPIE
Das Jenseits als Sinnestäuschung?
Egal, wie oft man sich mit manchen Künstlern unterhält, es bleiben immer Bereiche, die für überraschungen oder neue Gesprächsthemen sorgen. Ein hervorragendes Beispiel hierfür liefert Michael Popp und mit ihm seine Mittelalterformation Estampie. Etabliert seit Jahren, zeugt eine Produktion nach der anderen vom Ausnahmestatus der versierten Musiker. Neben Sigrid Hausens beeindruckend emotionaler Stimme stehen die unterschiedlichsten Instrumente bereit, um Themen wie Hildegard von Bingen, Kreuzritter, Marienverehrung oder Frauenminne zu vertonen. Nachdem das letzte Album "Fin Amor", von keltischer Liebesdichtung und bretonischen Tänzen inspiriert, sich mit Liebe, Sehnsucht und Leidenschaft befasste, zeigt sich "Signum", das jüngste Werk der Münchner, wieder von einer ganz anderen Seite. Mit gewohnt hohem Anspruch und technischer Präzision zentrieren sich die Stücke aus dem 12. bis 15. Jahrhundert um die apokalyptischen Visionen der Sybilla, einer Seherin aus der späten Antike, die auch noch im Mittelalter hohes Ansehen genoss. Die Vergänglichkeit, der Tod und das Ende der Welt werden thematisiert. Verständlich, dass im Gespräch mit Michael die esoterisch angehauchten Aspekte eine wichtige Rolle spielen.
SLIPKNOT
Die grimmige Monster-AG unter dem Bett
In den schwül-heißen Ausläufern des Spätsommers 2001 begannen für die Metal-Gemeinde Verarbeitungstherapie und erste Aufräumarbeiten, die die Albumveröffentlichung von Iowas sickest mit ihrem alles vernichtenden Zweitling dereinst verursacht hatte. Nun holen die neun maskierten Geisteskranken aus Des Moines mit "Vol. 3: (The Subliminal Verses)" zum nächsten Streich gegen Moral, gute Manieren & Menschheit aus. Percussion-Weirdo Nr. 3 alias Chris Fehn stand für uns Rede und Antwort zum neuesten Slipknot-Machwerk. Nachdem das zweite Slipknot-Album "Iowa" das grelle Licht der Plattenregale erblickte, herrschte erst einmal generelle Konfusion: Nur ganz wenige Bands hatten es bis dato gewagt, derartig, fast grotesk, hartes ohne Scheu vor ernsten Konsequenzen ruhigen Gewissens auf die internationale Hörerschaft loszulassen. Mit ihrem mega-sellenden Zweitwerk definierten die neun alptraumhaften Schreckgestalten aus dem größten Maisanbaugebiet der USA die Grenzen des extremen Metals und konventioneller Hörgewohnheiten völlig neu und setzten sich sowohl mit ihrem Longplayer als auch diversen Singles wie "Left Behind" oder "My Plague" wochenlang in den weltweiten Charts fest. Die neue Single "Duality" erschien am 03. Mai, das dritte Fulltime-Album "Vol. 3..." erscheint am 24. Mai und Slipknot-Member Nr. 3 gibt dem Sonic Seducer das 3. Deutschland-Interview.
THERION
Edelmetall
In einer Zeit, in der Tanzperformance, stupide Gestik und massenkompatible Melodien über den ganz großen Erfolg im Musikgeschäft entscheiden, erfordert es Mut, sich durch Virtuosität und Handwerksgeschick durchsetzen zu wollen. Die Jungs von Therion scheinen diesen zu besitzen. Sowohl musikalisch als auch textlich überzeugen ihre Kompositionen durch ungeheuren Einfallsreichtum und Detailtreue. Die Partituren ihrer ausufernden Songs fassen leicht ganze Bücher und allein an der Produktion des jüngsten Doppelalbums "Lemuria / Sirius B" wirkten insgesamt über 170 Musiker mit. Thematisch wurden in den opulenten Liedern Mythen und Legenden aus unterschiedlichsten Quellen behandelt. Von babylonischen Genesis-Erzählungen bis hin zu nordischen Okkultisten reicht die Spannbreite. Für die musikalische Umsetzung dieser Szenarien zeichnet sich wie immer Cristofer Johnsson verantwortlich, doch auch die bereits in der Mannschaft etablierten Brüder Johan und Kristian Niemann mischten an der Entstehung kräftig mit. Für einige Fragen zur Mammutproduktion standen uns Texter Thomas Karlsson und Gitarrist Kristian Niemann Rede und Antwort. Den Anfang macht der als "unsichtbares Bandmitglied" betitelte Autor der Lyrics, der ansonsten musikalisch nicht in Erscheinung tritt.
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